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Korsika das Altertum

Korsika
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Forschung: Die Quellenlage und die Erforschung der Insel sind spärlich und damit verbundene wissenschaftliche Veröffentlichungen in geringer Menge vorhanden.Das rührt zum

einen von der untergeordneten Bedeutung Korsikas im Altertum, zum anderen vom Desinteresse der französischen Forschung an der Insel. Anders als im benachbarten Sardinien, das von italienischen Forschern besser erkundet und dokumentiert ist, befindet sich die Erforschung Korsikas im Anfangsstadium. Neben der Quellenarmut steckt auch die Archäologie Korsikas in den Kinderschuhen. Im 19. Jahrhundert wurde Generalinspektor Prosper Mérimée nach Korsika geschickt, um die historischen Denkmäler zu erfassen. Er veröffentlichte 1840 sein Werk Notes d'un voyage en Corse, in dem er seinen Kenntnisstand der korsischen Geschichte zusammenfasste. Die intensive Erforschung der Frühgeschichte Korsikas begann im 20. Jahrhundert mit Roger Grosjean. 

In letzter Zeit müssen lange vertretene Ansichten der wissenschaftlichen Forschung relativiert werden. So hat man – vor allem bei Forschungen auf Sardinien – festgestellt, dass die Romanisierung, von der man dachte, sie hätte lange nur die schon von den Griechen und Karthagern bewohnten Küstenbereiche betroffen, in gewissem Maße bereits relativ früh auf die Bewohner der Insel übergegriffen hatte. Bezeichnend für den Kenntnisstand über die Insel ist, dass beispielsweise das 1965 erschienene Lexikon der Alten Welt keinen Artikel über Korsika hat, sich allerdings ausführlich den Mittelmeerinseln Kreta, Sizilien oder Sardinien widmet.

Inselkunde und Benennung

In römischer Zeit nannte man die Korsika umgebenden Gewässer im Norden und im Westen Mare Ligusticum, im Osten Mare Tyrrhenum und im Süden zu Sardinien hin Fretum Gallicum. Die Lage zwischen dem italischen Festland im Osten, dem gallischen Festland im Norden und Sardinien im Süden machte Korsika zu einem strategisch wichtigen Punkt für die Beherrschung des westlichen Mittelmeers. Außerdem war die Insel als Umschlagplatz des mediterranen Handels von Bedeutung. Korsika wurde von Theophrastos von Eresos als stark bewaldet und gebirgig beschrieben. Für den Getreideanbau eignete sich nur eine begrenzte Fläche – vor allem an der Ostküste im Bereich der Stadt Aléria, doch lieferte die Insel vor allem Bauholz und Rohstoffe wie Kupfer, Eisenerz, Silber, Blei, Pech, Wachs und Honig. Insgesamt galten die Inselprodukte, abgesehen von den aufgezählten, als recht wertlos, das Klima vor allem im Sommer als ungesund (Malaria) und alles in allem als rau und abweisend.   Die Bezeichnung Kyrnos (griech. Κύρνως) ist möglicherweise die griechische oder römische Umbenennung eines einheimischen, korsischen Toponyms. In der Forschung wird eine Herkunft von kors- – laut Eustathios Baumkrone – wohl aber eher von *krsa, Kopf aus der Sprache der vorrömischen Korsen, diskutiert. Die Römer versahen das Wort mit dem Suffix -îqa, die Phokäer mit -nos. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Name auf den phönizischen Begriff Korsai zurückgeht, was in etwa „mit Wäldern bedeckt“ bedeutet. 

Frühe Besiedlung

Die Besiedlung Korsikas ist seit dem 8. Jahrtausend v. Chr. dokumentiert. Die aus Ligurien stammende korsische Urbevölkerung, Jäger und Sammler, die über eine Landbrücke bei den heutigen Inseln Elba und Capraia einwanderte, wurde um 6000 v. Chr. von zuwandernden Neolithikern der Cardial- oder Impressokultur verdrängt. Für die ligurische Herkunft spricht beispielsweise der Name des Flusses Potanos. Die Insel lag aufgrund des würmeiszeitlichen Niedrigwassers (etwa 100 m tiefer) näher am Festland und war bis etwa 5000 v. Chr. mit Sardinien verbunden. Im Süden der Insel entwickelte sich etwa 3000 v. Chr. eine mehrphasige Megalith-Kultur (Filitosa). In neolithischer Zeit sind Kontakte zu Sardinien, Etrurien und Ligurien belegt. Terrina bei Aléria gilt als Zeugnis des Höhepunkts des Aeneolithikums. Zu dieser Zeit (um 1600 v. Chr.) entstand auf der Insel die Torre-Kultur, die durch Dolmen, Menhire und Statuenmenhire überliefert ist. Wie im Inneren der Iberischen Halbinsel, auf den Balearen, auf Sardinien und Malta herrschte die Megalithkultur auch noch zu der Zeit, in der in Teilen Europas schon die Metallzeit eingesetzt hatte. In der Bronzezeit entstanden auf Korsika befestige Siedlungen sowie kreisrunde, Torren genannte Türme. Kulturelle Kontakte wurden vor allem nach Sardinien und zum italienischen Festland gepflegt. Trotz der Kontakte führte die Entwicklung in der Eisenzeit nicht zur Verstädterung. Erste feste Siedlungen entstanden im 9. vorchristlichen Jahrhundert (Capula, Cuccuruzzu, Modria und Araguina-Sennola bei Bonifacio). Laut Diodor lebten die Bewohner der Insel vor allem als Hirten. Das Innere der Insel konnte seine Unabhängigkeit bis in römische Zeit mehr oder weniger aufrechterhalten. So fanden sich noch in römischer Zeit Sitten wie das Männerkindbett, das die Ablenkung böser Geister bewirken sollte. 

quelle: wikipedia

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